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  Vorsorge

von Willibert ©



Ich hatte diesen Termin aus dem Bestand heraus gemacht. Sie hat eine Rechtschutzversicherung bei uns. Das einzige, was ich an Daten im der Kundenübersicht erkennen konnte war ihr Geburtsdatum. Sie war 28 Jahre alt und hatte diesen Vertrag seit 3 Jahren. Als ich parkte, musterte ich die Gegend. Eine typische Einfamilienhaussiedlung, noch nicht alt, was ich an der noch mäßigen Bepflanzung erkennen konnte. Ich klingelte und wartete, als mir ein älterer Herr die Tür öffnete: "Sie wünschen?" Er war ein hagerer, lang aufgeschossener Mann, den ich so Mitte bis Ende fünfzig schätzte. "Mein Name ist Kleiber, Manfred Kleiber von der Homburg-Mühlheimer. Ich habe einen Termin mit Frau Rohloff. Darf ich eintreten?" Ich durfte. Er geleitete mich ins Wohnzimmer im Erdgeschoß, wo er mir einen Platz in einem Sessel an dem großen, gläserner Couchtisch zuwies. Augenblicklich kam eine junge Frau, herein. Ich versuchte meine Augen nicht groß scheinen zu lassen, als sich die Frau, gekleidet in Pumps mit schwarzen Strümpfen, einem schwarzen, knallengen Minikleid mit einer atemberaubenden Figur auf mich zu bewegte. Ich langes, schwarzes Haar lies sie einmal durch eine Seitwärtsbewegung ihres Kopfes fliegen, bevor sie mir die Hand ausstreckte. Sie stellte sich als Frau Rohloff vor und setzt sich zu uns auf die Couch rechts von mir, die hübschen Beine züchtig zusammenhaltend und schräg angewinkelt. Der Herr saß im Sessel gegenüber. Ich war ziemlich nervös. Trotzdem versuchte ich meine Routine auszuspielen und begann mit einem Small-Talk. Sie zündete sich damenhaft eine Zigarette an und unterbrach mich mit einem sehr bestimmten Unterton: "Kommen sie zur Sache, Herr Kleiber." Ich schluckte kurz und zog mein Notebook aus dem Koffer. Meine Sätze flossen automatisch: "Frau Kleiber, was wäre, wenn sie gestern einen schweren Unfall gehabt hätten, wie würde dann heute ihre Situation aussehen?" Ich hatte Glück, denn sie stieg auf dieses Thema ein und zeigte echtes Interesse. Ich fragte: "Soll ihr Vater mitversichert sein?" "Das ist nicht mein Vater, er ist mein Mann," kam es wirsch zurück. Ich entschuldigte mich und fragte weiter: "Haben sie Kinder, Frau Rohloff." Sie antwortete prompt, wobei sie mit dem Kopf schräg zu ihm nickte: "Ja zwei, aber sie sind nicht von ihm, mein Freund hat sie mir reingefickt." Ich dachte, ich müsse in dem Sessel versinken, versuchte aber cool zu bleiben: "Ok, zwei." Sie wollte aber noch etwas hinzufügen: "Na, ja, eigentlich drei, denn vor drei Wochen er mich schon wieder geschwängert. Er kann das einfach besser als er." Mir blieb die Spucke weg und ich war froh, dass der Herr endlich mal etwas sagte: "Schatz, bitte, das interessiert den Herrn doch nicht." Ich blieb diplomatisch und erklärte ihr, dass wir nur Kinder versichern könnten, die bereits auf der Welt seien und fragte die Geburtsdaten ab. Mein Angebot akzeptierte sie ohne jede weitere Nachfrage und unterschrieb den Antrag. Nur die Äußerung bei der Gesundheitsfrage klingelte mir immer noch in den Ohren: "Gesund, ja, die Kinder und ich schon." Sie hatte aber noch weitere Nachfragen, als ich die Haustür schnappen hörte. Ein kräftiger junger Mann, vielleicht 20 Jahre alt, in Jeans und rotem Fleesshirt kam herein. Sie sprang ihm entgegen und sie umarmten sich vor meinen Augen. Mir war es peinlich, wie sie sich abknutschten. Ich habe ja schon einiges erlebt, aber wie er ihr mit seinen prankenartigen Händen unter dem Kleid an die Arschbacken griff, war ja schon wirklich eine Zumutung. Mein Gott, dachte ich, das ist ja gar keine Strumpfhose und einen Slip hat sie auch nicht an. Sie stellte ihn mir als Andreas vor, als sich beide zusammen auf die Couch setzten, wobei ein Hand von ihm sofort unter ihr Kleid glitt. Der Ehemann war ziemlich blass, wie ich bemerkte. Er räusperte sich und sagte: "Bitte, Schatz, wir haben einen Gast." Sie grinste lasziv und fragte mich: " Sagen sie, Herr Kleiber, Andreas hat einen ziemlich Dicken, was ist, wenn bei mir mal was einreißt, ist das versichert." Ich hatte jetzt wirklich Probleme mit dem Gespräch, nicht nur, weil ich einen Steifen in der Hose hatte. Ich dachte auch über meine Ausbildung nach. Dennoch muss ich mich loben, denn es ist eine wesentliche Eigenschaft eines Versicherungsverkäufers, immer eine passende Antwort finden zu können: "Frau Kleiber, sie sind doch krankenversichert. Das ist kein Problem." Sie bemerkte dann: "War ja nur eine hypothetische Frage, Andreas ist sehr zärtlich. Der weiß mit einer Frau umzugehen." Sie knutschte ihn so obszön, dass ich daran dachte mich zu verabschieden, vor allem, weil er ihr voll an den Busen griff. Aber ich konnte nicht gehen, weil sie zu mir sagte: "Bitte rechnen sie noch eine Lebensversicherung für meinen Mann aus, aber eine knackige." Ich schaute zur Kontrolle den älteren Mann an, dessen Mund weit aufstand und dann etwas sagte: "Was? Wieso Schatz. Wir haben doch genug Versicherungen." Während ihre rechte Hand in die Hose von Andreas fuhr, antwortete sie: "Liebling, du bist nicht mehr der Jüngste, wovon sollen ich, Andy und die Kids leben, wenn dein Herz mal nicht mehr mitmacht?" Der Ehemann wurde bleich und ich dachte, sein Herz würde nicht mehr mitmachen. Aber es machte mit, denn er konnte ja noch antworten: "Schatz, bitte, das ist nicht fair, vor dem Herrn. Aber du hast recht, ich glaube auch, dass wir da noch etwas tun sollten." Ich war innerlich im Siegestaumel und schloss den fettesten Vertrag seit 2 Jahren ab. Etwas Streit hatte es nur noch um die Erlebensfall-Leistung gegeben, denn Andy bekam ein unwiderrufliches Bezugsrecht. Der hatte Frau Kleiber schon fast halbnackt ausgezogen, als ich mich verabschiedete. Ehrlich, im Auto fuhr ich nur noch um die Ecke und hielt an, weil ich mich dringend erleichtern musste.



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